Manche Themen begegnen mir in meiner Praxis immer wieder.
Hiermit möchte ich Dich mitnehmen auf eine Reise in eine Sitzung, die so oder schon viele Male ähnlich stattgefunden hat.
Die Frau, von der ich erzähle, nenne ich hier Anna, um ihre Privatsphäre zu schützen.
Ihre Geschichte steht stellvertretend für viele Menschen, die mit einem ähnlichen Schmerz zu mir kommen:
Perfekt im Außen – und innerlich abgeschnitten von sich selbst.
Getrieben von dem Glaubenssatz: „Ich bin nicht gut genug.“
Beim Thema Beziehungen, trifft sie immer wieder auf Männer die vergeben sind.
Anna ist ein “Kopfmensch”. Ihr Verstand sehr stark. Damit Veränderungen auf Körper-, Geist- und Seelenebene nachhaltig funktionieren können, MUSS der Verstand mitgenommen werden. Es muss “Klick” machen. Er muss verstehen welche blockierenden Programme hier aktiv sind, um zu verstehen wie wichtig, sinnvoll und möglich eine Veränderung ist. Nur so, mit dem Okay vom Verstand, kann das Unterbewusstsein umprogrammiert werden. Nach unserer ersten gemeinsamen Sitzung, habe ich Anna den folgenden Brief mit einer Zusammenfassung geschickt. Damit sie es nochmal und nochmal hören und lesen kann. Damit es wirklich ankommt.
Vielleicht erkennst Du Dich in manchen Sätzen wieder.
Vielleicht findest Du Antworten, die auch für Dich wichtig sind.
Und vielleicht macht es auch bei Dir “Klick”.
Liebe Anna,
was für eine Reise heute…vielen Dank für Dein Vertrauen und Deine Offenheit! Ich fühle dass Dein Verstand eine Zusammenfassung braucht, um wirklich zu begreifen, was wir heute bewegt haben und wo Dein Weg jetzt weitergeht.
Was wir heute aufgedeckt haben
Als Kleinkind/Kind habe ich Dich wahrgenommen als angepasst, eingeengt, zugeschnürt – nach Außen hin perfekt, anständig, vorzeigbar, mit einer Schleife drum, schön verpackt. Wahrscheinlich hast Du Sätze wie „Nicht so laut!“, „Du bist zu wild!“, „Das ist zu viel!“, „Sei mal normal!“, „Benimm Dich!“… gehört. Und so wurde die „Schleife“ immer enger. Anstatt Kind zu sein, laut, spielend, wild, verrückt, wütend, traurig, frustriert und der ganze bunte Blumenstrauß an Gefühlen…, solltest Du Dich benehmen, anpassen, „normal“ sein und alles darüber hinaus unterdrücken, abschalten, zurückhalten. Schön sollte es sein. Harmonisch. Zeit und Raum für alles andere gab es wenig.
Möglicherweise hast Du das eine ganze Zeit lang, über Monate, Jahre erlebt. Vielleicht gab es auch nur einen einzigen, extrem prägenden Moment – und dieser hat Deine innere Wahrheit geschaffen:
Deine gemachten Erfahrungen
➔ wurden von Dir damals aus Deiner kindlichen Perspektive/Interpretation heraus bewertet.
➔ Daraus ist Deine Wahrheit entstanden, mit all den Überzeugungen.
➔ Deine Wahrheit, Dein Normal bestimmt Deine Emotionen in allen möglichen Situationen.
➔ Und aus Deinen Emotionen heraus, triffst Du Entscheidungen, Du handelst und Du kommunizierst:
➔ Du formst Deine Realität und Dein „Drehbuch” wird geschrieben.
Das Drehbuch ist sicher hinterlegt in Deinem Unterbewusstsein (ähnlich wie ein riesiges Archiv). Es enthält eine Sammlung von Erfahrungen, Bewertungen, Wahrheiten und Überzeugungen. Es ist eine Anleitung darüber, wie das Leben für Dich funktioniert. Was hier drin steht, ist für Dich bekannt und gibt Dir Sicherheit. Auch wenn Du es jetzt, zur heutigen Zeit, als nicht dienlich, blockierend oder negativ empfindest. Wenn sich so ein Widerstand bemerkbar macht, dann liegt das daran, dass Du mit Deinem Bewusstsein (etwa 10% Deines Geistes) versuchst Dinge zu ändern, welche aber mit Deinem Drehbuch, Deiner abgespeicherten Wahrheit im Unterbewusstsein (etwa 90% Deines Geistes) nicht übereinstimmen. Es fühlt sich an wie ein innerer Kampf und Zerrissenheit.
Und Jahrzehnte später stehst Du da, perfekt, anständig, vorzeigbar – aber innerlich abgeschnitten – von den Emotionen die Du so oft nicht fühlen und zeigen durftest. Wie geht man mit ihnen überhaupt um? Mit Deinem Inneren Kind, was so viel nachzuholen hat: Laut, wild, verrückt, schreiend, lachend, tanzend, UNPERFEKT sein. KIND SEiN. Aus der Reihe tanzen. Nicht mehr angepasst sein (in eine Gesellschaft!?). Aus der schönen “Schleife” wurde eine enge „Korsage“, welche zwar alles zusammenhält, Dir Haltung schenkt, Dir aber die Luft zum Atmen und Lebensenergie raubt.
In Dir, in der kleinen Anna brodelte es. So viel wollte raus, stattdessen wurde ein Deckel drauf gesetzt. Für Gefühlsausbrüche war kein Platz: Während Deine Welt untergegangen ist, hast Du wenig/keine Begleitung Deiner Gefühle erfahren. Hast nie gelernt mit ihnen umzugehen. Stattdessen steht in Deinem Drehbuch, dass große Gefühle nicht willkommen sind. Ein Teil von Dir nicht willkommen ist. So wie Du bist, bist Du nicht gut genug!
Das ist Deine Wahrheit!
Deine (Alb)Träume spiegeln das:
· Die Decke, die sich senkt → Der Druck, der Dich zerquetscht.
· Die Welt, die untergeht → Deine Gefühle, die keinen Raum haben.
Dein Drehbuch in Aktion
Heute bist Du äußerlich perfekt, stark, erfolgreich – aber innerlich abgeschnitten von den Emotionen, die Du damals nicht fühlen und zeigen durftest.
Um Deine Wahrheit zur Realität zu machen und sie aufrecht zu erhalten, braucht es neben Dir in der Hauptrolle auch Nebendarsteller, die Dir immer wieder recht geben und Dich darin bestärken und bestätigen, dass Du wirklich nicht gut genug bist. Es kommen also beispielsweise Männer in Dein Leben, die schon vergeben sind, ihr habt Spaß – auf Deine Kosten, denn am Ende bleiben sie bei ihren Frauen, denn Du bist ja eh nicht gut genug. Du fühlst Dich abgelehnt, nicht gesehen, so wie damals als Kind. Du kennst es. Alles läuft nach Drehbuch! Das ist sicher für Dich.
Stell Dir vor, ein Mann würde bleiben: Das heißt Du müsstest Dich öffnen, Gefühle zulassen, in die Tiefe gehen – das hast Du aber nie gelernt. Im Drehbuch steht „keine großen Gefühlsausbrüche“, auch nicht die schönen, obwohl es sich so gut anfühlt. Verboten gut. Du würdest so gern. Aber nein, es ist viel zu gefährlich. Am Ende geht das eh nicht gut. Was nicht im Drehbuch steht, was nicht nach Plan läuft, bedeutet Gefahr! Hast Du etwa vergessen, dass dieser Teil von Dir nicht willkommen ist – was soll denn der Mann denken?! Wenn da plötzlich Du bist, mit allem was Dich ausmacht. Also los, zusammenreißen, lieber wieder die enge, unsichtbare „Korsage“ anziehen, damit alles perfekt aussieht.
Zuhause kannst Du diesem Druck nicht dauerhaft standhalten, schließlich bist Du ein Mensch. Ein Glas Wein hier und da, welcher vielleicht unbewusst den Schmerz betäubt. Unausgepackte Kisten, weil Du nach Außen schon alles perfekt machst – zu Hause fehlt Dir dann natürlich die Energie und Motivation. Besuch also nur angekündigt oder besser gar nicht. Eigentlich ist das auch gut so. Ein Grund mehr Dich nicht tiefer in Beziehungen zu begeben, denn dann müsstest Du Dich ja wieder öffnen, alles von Dir zeigen, auch das was nicht willkommen ist. Daher kreierst Du Dir lieber die Ausrede, dass Dein Zuhause nicht ordentlich ist, nicht vorzeigbar und bestätigst Dir damit gleich selbst nochmal zur Erinnerung, dass Du ja eh nicht gut oder gut genug bist. Denn wenn Du es wärst, wäre Dein Zuhause sicher „normal“, ordentlich, so wie bei ALLEN anderen Menschen auf der Welt!
Falls Du mal vergessen solltest, dass Du nicht gut genug bist, für irgendeinen Mann, hast Du zum Glück auch noch einen Joker, ein Abwehrmechanismus. Bestehend aus all den wahnsinnig tollen Erfahrungen die Du gemacht hast, die vielen Reisen, Dein großer Wissensschatz, Scheine, Prüfungen und Befähigungen auf die Du wirklich stolz sein kannst…Die Männer mit denen Du laut Drehbuch Deine Nebenrollen besetzt, fühlen sich von Dir, von dieser Größe und den beeindruckenden Erfolgen abgeschreckt, vielleicht weil sie nicht mithalten können, weil sie sich nicht überlegen fühlen…und so ist dieser Teil von Dir wiedermal nicht willkommen. Nach außen stark, innen immer noch das kleine Mädchen, das einfach nur geliebt werden will, so wie es ist. Und wenn ein Mann sich von Deiner Stärke bedroht fühlt und geht? Wieder die gleiche alte Bestätigung: „Ich bin nicht gut genug.“. Alles läuft nach Drehbuch!
Warum Veränderung jetzt möglich ist
Das Drehbuch ist nicht die Wahrheit Deines Herzens – es war nur eine Überlebensstrategie.
Heute bist Du erwachsen, sicher und frei, neue Entscheidungen zu treffen.
Dein Unterbewusstsein muss neu lernen, dass große Gefühle sicher sind – sowohl die schmerzhaften als auch die wunderschönen. Lass sie zu!
Das, was früher verboten oder gefährlich war, darf jetzt da sein.
Deine Aufgabe ist nicht, die „Korsage“ enger zu schnüren – sondern sie Stück für Stück zu lösen, damit Du wieder frei atmen und Deine gerade gewählte Freiheit auch wirklich fühlen und leben kannst.
Deine nächsten Schritte für Zuhause (Ideen, Impulse)
- Gefühle üben
- Jeden Tag einen Moment bewusst innehalten und wahrnehmen: „Was fühle ich gerade?“
- Ohne Bewertung, ohne es wegzudrücken. Nur da sein lassen.
- Besonders, wenn Du Wut, Traurigkeit oder Freude spürst – diese sind Schlüsselgefühle für Dich. Hier kannst Du klopfen (auf Brust, Thymusdrüse), zum Beispiel mit den Worten „Ich bin sicher und erlaube mir, ich zu sein“ oder „Ich bin gut, so wie ich bin“… nimm Deine eigenen Worte
- Inneres Kind einladen
- Jeden Tag 5–10 Minuten etwas Verrücktes, Wildes, Spielerisches tun.
- Tanzen, laut singen, Tönen, ein Bild malen, albern sein – egal wie „unperfekt“ es wirkt.
- Es geht nicht um das Ergebnis, sondern darum, Deinem inneren Kind einen sicheren Raum zu geben, in dem alles erlaubt und willkommen ist.
- Selbstwahrnehmung stärken
- Wenn der Gedanke „Ich bin nicht gut genug“ auftaucht → tief durchatmen, innerlich sagen:
„Das war einmal. Heute bin ich sicher. Ich bin gut, so wie ich bin.“ - Und auch hier kannst Du wieder klopfen
- Wenn der Gedanke „Ich bin nicht gut genug“ auftaucht → tief durchatmen, innerlich sagen:
- Sicherheit schaffen
- Räume bewusst kleine Inseln der Ordnung in Deinem Zuhause, wenn es die nicht eh schon gibt.
- Nicht, um perfekt zu sein – sondern um Dir ein Gefühl von Sicherheit und Halt zu geben.
- Ein kleiner, liebevoller Platz für Dich reicht völlig, um Deinen alten Konditionierungen Sicherheit zu geben.
- Reflexion
- Schreibe regelmäßig auf, wann Dein „altes Drehbuch“ aktiv wird.
- So erkennst Du Muster schneller – und kannst bewusst neue Entscheidungen treffen.
Anna, Dein Weg führt Dich von der Perfektion zurück in Deine Lebendigkeit.
Von „brav und angepasst“ hin zu wild, frei und zutiefst lebendig.
Ich bin dankbar für Dich, dass Du zu mir gefunden hast und ich Dich begleiten darf – und ich glaube fest daran, dass Du diese Geschichte neu schreiben kannst.
Alles, was Du brauchst, trägst Du bereits in Dir. Heute hast Du einen ersten, wichtigen Schritt gemacht.
Alles Liebe
Alyssa
In unserer gemeinsamen Sitzung vor Ort, habe ich mit Anna nicht nur diese wichtigen Ursprünge erarbeitet, wir sind natürlich auch in die Umprogrammierung des Unterbewusstseins gegangen, unterstützt mit intuitiver, schamanischer Heilarbeit, Klang- und Stimmheilung.
Wenn auch Du spürst, dass Du tiefer in die Ursprünge Deiner Limitierungen schauen möchtest, melde Dich gern – ich freue mich, Dich auf Deinem Weg zu begleiten.
Bildnachweis: KI-generiert

